Molekularbiologie

Unser molekularbiologisches Labor beschäftigt sich mit diagnostischen Verfahren zum Direktnachweis von Krankheitserregern (Bakterien, Viren u.a.) sowie von humangenetischen Mutationen. Die Untersuchungen werden je nach Fragestellung und Dringlichkeit in Frequenzen von mehrmals täglich bis einmal wöchentlich durchgeführt, als „eilig“ gekennzeichnete Proben werden soweit möglich bevorzugt bearbeitet.
Nicht genannte Untersuchungen können wir für Sie ggf. an ein Partnerlabor weitergeben, bitte halten Sie aber insbesondere bei umfangreichen genetischen Analysen vorher Rücksprache.

Derzeit werden folgende Untersuchungen im Haus durchgeführt:

Bakterien:

  • Respiratorische Erreger

Bordetella pertussis und parapertussis
Chlamydophila pneumoniae
Legionella pneumophila
Mycoplasma pneumoniae
Mycobacterium tuberculosis-Komplex-Direktnachweis (MTBC)
MTBC- & NTM-Typisierung und molekulare Resistenztestung
Streptococcus pneumoniae ("Pneumokokken")
Pneumocystis jirovecii

  • MRSA

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
Staphylococcus aureus mit Panton-Valentine-Leukozidin (PVL/cMRSA)
spa-Typisierung von S. aureus

  • Urogenitale Infektionen

Chlamydia trachomatis
Neisseria gonorrhoeae

  • Darmpathogene Erreger

Clostridium difficile-Toxin
pathogene E. coli (EHEC/EPEC/STEC)

  • Bakterien-/Pilz-/ TB-Identifizierung per Sequenzierung
  • Borrelien
  • Respiratorische Erreger

Influenza A/B
RSV
Parainfluenza
Rhinovirus
Coronaviren
Parechovirus
Metapneumovirus
Adeno- und Enterovirus

  • Herpesviren (CMV, EBV, HSV 1 /2, VZV)
  • Hepatitisviren (HBV, HCV, HCV-Genotypisierung)
  • HIV-Viruslast
  • HPV ( high risk/low risk Nachweis und Typisierung)
  • Norovirus

 

 

Eine angeborene Thrombophilie kann mit einer erhöhten Thromboseneigung einhergehen.  Im Rahmen eines Thrombophiliescreenings können folgende Mutation molekulargenetisch nachgewiesen werden: 

  • Faktor II-Mutation (Prothrombin G20210A)
  • Faktor V-Mutation (Faktor-V-Leiden-Mutation G1691A))
  • PAI (Plasminogen-Aktivator Inhibitor Typ 1, 4G/5G-Polymorphismus)
  • MTHFR (Methylentetrahydrofolat-Reduktase Mutationen C677T und A1298C)
  • HPA 1a/b-Polymorphismus

im Zusammenhang mit dem kardiovaskulären Risiko wir der

  • ACE (Angiotensin Converting Enzyme) I/D-Polymorphismus

bestimmt. 

 

 

  •  HLA-B27 (Rheuma / M. Bechterew)
  • Laktose-Intoleranz (LCT C-13910T)
  • Fruktose-Intoleranz (Aldolase B-Polymorphismen A149P, A174D, N334K)
  • Hämochromatose (HFE-Polymorphismen H63D, S65C, C282Y)
  • AAT (Alpha-1-Antitrypsin PIS-Allel G11940A/PIZ-Allel A9628T, Risikofaktor für COPD und Leberzirrhose)
  • Apo B (Apolipoprotein B100 R3500Q-Polymorphismus, Hyperlipidämie / Hypercholesterinämie)
  • Apo E (Apolipoprotein E Polymorphismen C112R und R158C, Hyperlipidämie / Risikofaktor für Atherosklerose, kardiovaskuläre Erkrankungen, Morbus Alzheimer)
  • VDR-B/b-Polymorphismus (Osteoporoserisiko)
  • Morbus Meulengracht (UDP-Glucuronyl-Transferase UGT1A1*28 Polymorphismus)
  • Morbus Wilson (ATP7B-Mutation C3207A)
  • alpha-Globin (21 häufigste Mutationen)
  • beta-Globin (41 in Mittelmeerraum und Südostasien häufigste Mutationen, ggf. plus 6 weitere in Indien/Mittlerem Osten verbreitete Mutationen)

Nicht jeder Mensch metabolisiert ein ihm verabreichtes Medikament auf die gleiche Art und Weise. Individuelle genetische Unterschiede beeinflussen die Wirkung einer medikamentösen Therapie. Genetische Polymorphismen können zu einer verminderten Effektivität oder erhöhten Sensitivität und Toxizität führen:

  • DPD "Exon-14-Skipping" -Mutation (5-Fluorouracil-Unverträglichkeit)
  • TPMT*2, *3B, *3C Thiopurin-S-Methyltransferase (TPMT)-Mutation (verminderter Thiopurin-Abbau)
  • UGT (UDP-Glucuronyl-Transferase UGT1A1*28 Polymorphismus, Irinotecan-Sensitivität)
  • HLA-B57:01 (Abacavir-Hypersensitivität)
  • Pharmakogenetik Panel (Mutationen in CYP450, OATP/SLCO1B1, MDR bei Arzneimittelunverträglichkeit; keine Kassenleistung und nur als komplettes Panel)
    Hier finden sie unseren Anforderungschein 

Unsere Methoden

Bestimmte Fragestellungen werden auch mittels PCR und reverser Hybridisierung an immobilisierte Sonden bearbeitet (HCV- und HPV-Genotypisierung, Nachweis von Hämoglobinopathie-Mutationen).

Die am häufigsten genutzte Methode ist die Realtime-PCR, bei der spezifische Bereiche aus dem humanen Genom bzw. einem Erregergenom amplifiziert und mittels Fluoreszenzfarbstoffen direkt detektiert werden. Die Fluoreszenzfarbstoffe sind in der Regel an Oligonukleotid-Sonden gekoppelt, die spezifisch an das PCR-Amplifikat binden. Die Detektion der Fluoreszenzintensitäten im Verlauf der Real-Time-PCR ermöglicht den Nachweis und für einige infektiologische Parameter auch die Quantifizierung der Produkte. Bei humangenetischen Fragestellungen schließt sich zur Identifizierung meist noch eine Schmelzkurvenanalyse zur Unterscheidung von Wildtyp- und mutiertem Allel an.

Die DNA- Sequenzierung ist eine Methode zur Bestimmung der Basensequenz eines DNA-Abschnittes oder des gesamten Genoms. Bei einigen Fragestellungen (spa-Typisierung, 16S rDNA-Sequenzierung, Identifizierung seltener Varianten für Laktosetoleranz) setzen wir diese ein. 

 

Untersuchungsmaterialien

Für molekularbiologische Untersuchungen geeignete Untersuchungsmaterialien sind:

  • Bei Abstrichen sind „trockene“ Abstriche ohne Gelmedium zu bevorzugen (z.B. Nasen-Rachen-Abstrich)
  • Abstriche als "eSwabs" oder in Virustransportmedien können ebenfalls verwendet werden
  • Für genetische Analysen wird EDTA-Blut oder Citrat-Blut verwendet
  • Einige Untersuchungen (z.B. auf Laktoseintoleranz) können alternativ aus einem Wangenabstrich erfolgen
  • Generell ungeeignet sind mit Heparin antikoagulierte Blut- und Serumproben!

Molekularbiologische Nachweise von Infektionserregern (Direktnachweise):

  • das Material sollte je nach Fragestellung und Erreger so gewählt werden, dass in diesem Material eine möglichst hohe Konzentration des Erregers zu erwarten ist
  • So ist zum Direktnachweis von respiratorischen Erregern wie Influenza ein respiratorisches Material (z.B. tiefer Nasen-Rachen-Abstrich) erforderlich, Serum ist hingegen ungeeignet
  • Details zu den für die einzelnen infektiologischen PCRs geeigneten Materialien entnehmen Sie bitte dem Untersuchungsverzeichnis

Gendiagnostikgesetz (GenDG)

Einwilligung des Patienten ist Pflicht !

Bei der molekulargenetischen Labordiagnostik ist eine schriftliche Einwilligung des Patienten bzw. des gesetzlichen Vertreters erforderlich.
Außerdem sollte die Untersuchung mit dem Angebot einer genetischen Beratung verbunden werden.

Formulare

  • Anforderungschein und Einwilligungserklärung Molekulargenetik 201 KB
  • Pharmakogenetik & Metabolische Wechselwirkungsanalyse 190 KB