Klinische Chemie

Unser Untersuchungsspektrum

Tumormarker

Tumormarker sind Proteine mit geringer Konzentration im Plasma, die bei der Entstehung und dem Wachstum eines Carcinoms produziert werden, aber manchmal auch von normalen Zellen sezerniert werden können. Tumormarker werden entweder von den Tumorzellen selbst gebildet oder vom gesunden Gewebe als Reaktion auf das Wachstum des Tumors. Ähnlich manchen Enzymen können einige Tumormarker Stoffwechselvorgänge im Körper beeinflussen.

Elektrolyte und Schwermetalle
 
Elektrolyte und Schwermetalle werden mit elektrochemischen oder spektroskopischen Methoden bestimmt. Als Spurenelemente bezeichnet man solche anorganischen Stoffe, die im menschlichen Organismus in äußerst geringen Konzentrationen vorkommen. In hohen Konzentrationen können alle Spurenelemente eine toxische Wirkung auf den Organismus haben.

Biomonitoring 

Unter Biomonitoring versteht man u. a. die Spiegelbestimmmung von Pharmaka, um ausreichende Spiegel zu gewährleisten und toxische Nebenwirkungen zu vermeiden.

Toxikologie ("Drogenscreening")

Das "Drogenscreening" wird zum Nachweis oder Ausschluss eines Missbrauchsverhalten eingesetzt. Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Nachweis eines Drogenmissbrauchs zu erbringen. Es gibt deutliche Unterschiede in der Aussagekraft toxikologischer Untersuchungen in Blut und Urin einerseits sowie an Haaren andererseits. Als Screening-Methoden werden immunologische Methoden eingesetzt , die weitgehend nur für Urin als Probenmaterial validiert sind. Als Bestätigungstest dienen aufwendige gaschromatographische bzw. massenspektrometrische Analysen, die bei gleicher Sensitivität deutlich spezifischer sind.

Proteinchemie

Im Labor für Proteinanalytik und Elektrophoresen werden Proteine, Enzyme, Kohlenhydrate und Lipide mit verschiedenen Verfahren aufgetrennt oder quantitativ bestimmt.

Liquordiagnostik

Aufgrund des schnellen Zerfalls der zellulären Liquorbestandteile muss eine Liquorprobe schnellstmöglich untersucht werden. Beurteilt werden als Basisuntersuchungen Aussehen (Trübung, xantochrom), Zellzahl (Meningitis), Glucose (Differenzierung bei Meningitis) und Lactat und Erythrozytenbeimengung

Bakteriologie/Virologie

Die Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS) entstehen am häufigsten durch hämatogene Keimstreuungen. Bei Allgemeininfektionen können Mikroorganismen das ZNS kolonisieren, wie z. B. bei Tuberkulose, Toxoplasmose und vielen Virusinfektionen (Poliomyelitis, Echo-, Coxsackie-Viren u.a.). Durch Bakterien wie Streptococcus pneumoniae, H. influenzae, N. meningitidis, E. coli, Streptokokken der Gruppe B, selten Staphylococcus aureus kann eine akute eitrige Meningitis entstehen. Die Diagnose gelingt über Erregeranzüchtung, Antigennachweise immunologischer Erreger, Resistenzbestimmung sowie z. Zt. über PCR-Nachweis für HSV, VZV, CMV und TBC.

Chronisch entzündliche ZNS-Erkrankungen, MS-Diagnostik

Für die Berechnung des Delpech-Index sind die Konzentrationen von Albumin im Liquor und Albumin im Serum sowie der jeweiligen Immunglobulinklasse in Liquor und Serum erforderlich. Die graphische Darstellung erfolgt über das Reiberdiagramm (QAlb, QIgG, QIgA, QIgM).

Isoelektrische Fokussierung in Liquor und Serum (oligoklonales IgG im Liquor)

Für die Interpretation des Befundes werden auch die quantitativen Ergebnisse von Albumin und IgG in Serum und Liquor sowie der Delpech-Index mit einbezogen. Indikation sind Entzündungskrankheiten des zentralen Nervensystems, multiple Sklerose, Neurosyphilis, Infektionen und Verdacht auf intrathekale IgG-Synthese innerhalb des ZNS.

Chronisch entzündliche infektiöse Erkrankungen

Hier müssen intrathekal produzierte spezifische Immunglobuline aus dem Liquor von aus dem Serum hindurchgetretenen Immunglobulin-Fraktionen differenziert werden.

Demenzdiagnostik

Die Alzheimer-Demenz beruht nach augenblicklicher Kenntnis auf einer krankhaften Ablagerung von Beta-Amyloid in für diese Erkrankung typischen Plaques. Verminderte Amyloid-Werte im Liquor sprechen für einen Alzheimer-Demenz.

Erhöhte Konzentrationen von Gesamt-Tau-Protein im Liquor werden beim M. Alzheimer und neurodegenerativen Erkrankungen anderer Ursache sowie entzündlichen Prozessen, z. B. bei M. Parkinson, der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und bei multipler Sklerose gefunden.

Encephalopathien

Bei neurologischen Erkrankungen, die mit einer relativ raschen Nervenzellschädigung einhergehen, wie z. B. übertragbare spongiforme Encephalopathien wie Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (CJK), virale Encephalitiden oder Insulten kann 14-3-3 in den Liquorraum übertreten und dort nachgewiesen werden. Ein positiver Ausfall des Tests ist auch bei Virusenzephalitiden und nach vorausgegangenen Hirninfarkten beschrieben.