28.01.2020

Informationen zur Diagnostik des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV)

Am 7. Januar 2020 wurde ein neuartiges Coronavirus identifiziert mit der vorläufigen Bezeichnung 2019-novel-Coronavirus (2019-nCoV). Dieses Virus ist assoziiert mit einem Cluster von Pneumonie-Fällen in Wuhan, China, die diagnostisch keinem bekannten Erreger zugeordnet werden konnten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am 31. Dezember 2019 durch die chinesische Gesundheitsbehörde informiert.

2019-nCov gehört zur Familie der Coronaviren. Das neuartige Virus kann Atemwegsinfektionen und Pneumonien verursachen und ist von Mensch-zu-Mensch übertragbar. Mögliche Übertragungswege sind Kontakt- und Tröpfcheninfektionen sowie Schmierinfektionen.

Klinik:

Symptome einer Infektion mit 2019-nCoV sind Fieber und Husten. Man geht derzeit von einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen aus.

Therapie: 

Eine spezifische Therapie gegen 2019-nCoV gibt es aktuell nicht. Die supportive Behandlung und Behandlung der Grunderkrankungen können sehr wirkungsvolle Maßnahmen sein.

Falldefinitionen und Diagnostik:

Die Voraussetzungen für einen Verdachtsfall sind neben einer akuten Infektion der unteren Atemwege ein Aufenthalt im Risikogebiet bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn bzw. Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

Falldefinition zur Fallfindung, Meldung und Übermittlung von Respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV):

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_Verdachtsabklaerung_Massnahmen.pdf?__blob=publicationFile

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Falldefinition.html 

Erregerdiagnostik:

Die Diagnostik einer 2019-nCoV-Infektion erfolgt durch den direkten Virusnachweis mittels molekularbiologischer Methoden aus Materialien der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Endotrachealsekret, Sputum [produziert bzw. induziert]) und oberen Atemwege (Nasopharynx- oder Oropharynxabstriche).

CAVE: Eine alleinige Testung aus Nasopharynx- oder Oropharynxabstrichen kann eine Infektion mit 2019-nCoV nicht sicher ausschließen! Bei Abstrichen nur trockene Tupfer ohne Agar verwenden!

Die Diagnostik zu 2019-nCoV wird am Nationalen Konsiliarlaboratorium für Coronaviren an der Berliner Charité durchgeführt. Um eine schnelle Diagnostik ohne logistischen Zeitverlust zu gewährleisten, sollte der Versand der 2019-nCoV-Verdachtsproben direkt durch Sie an das Nationale Konsiliarlaboratorium in Berlin erfolgen. Das hierzu notwendige Verpackungsmaterial inkl. Adressaufkleber des Nationalen Konsiliarlabors stellen wir Ihnen zur Verfügung. Es kann über unsere Zentrale unter 0211/49 78-0 bestellt werden.

Anforderungsschein des Konsiliarlabors für Coronaviren (Institut für Virologie, Charité Berlin)

https://virologie-ccm.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc05/virologie-ccm/dateien_upload/anforderungsscheine/VIR-CORONA-Anforderungsschein_Stand_20200124.pdf

Differenzialdiagnostisch relevante Untersuchungen (z.B. Influenza-Diagnostik) führen wir gerne für Sie in unserem Labor durch.

Meldepflicht: 

Dem Gesundheitsamt werden gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 IfSG das Auftreten einer bedrohlichen übertragbaren Krankheit sowie gemäß § 7 Abs. 2 IfSG Nachweise von Krankheitserregern, wenn unter Berücksichtigung der Art der Krankheitserreger und der Häufigkeit ihres Nachweises Hinweise auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit bestehen, namentlich gemeldet.

Weitere Informationen:

RKI-Seite zum neuartigen Coronavirus, u.a. mit Hinweisen zu Diagnostik, Hygiene und Infektionskontrolle:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus (2019-nCoV):
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Praxisinfo der KVNO zum Umgang mit dem Coronavirus:
https://www.kvno.de/downloads/newsletter/corona.pdf

 

Für Fragen zur Diagnostik von 2019-nCoV und differentialdiagnostischer relevanter Erreger stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.