04.12.2021

Sollten Geimpfte zum Antikörpertest?

Viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer erhoffen durch Antikörpertests zu erfahren, ob ihr Immunschutz noch ausreichend ist oder sie zur Boosterimpfung gehen sollten. „Die meisten Menschen bestimmen ihre Antikörper aktuell vor und nach ihrer dritten Impfung oder nach einer durchgemachten Infektion“, sagt Ileana Herzum. Sie ist Labormedizinerin und Geschäftsführerin der Medizinischen Laboratorien Düsseldorf, die die meisten Düsseldorfer Krankenhäuser labormedizinisch und mikrobiologisch versorgt und ambulant mit mehr als 1500 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitet. Gut 250 Antikörpertests werden in den Medizinischen Laboratorien zurzeit täglich analysiert und damit fast 40 Prozent mehr als noch im Oktober.

 

Wie viele Coronatests werden bei Ihnen zurzeit täglich vorgenommen wie sieht der Trend aus, gerade im Vergleich zu den vorangegangenen Wellen?

Wir machen 20.000 Tests in der Woche, das sind täglich ca. 3.600 Tests, die wir durchführen.

 

Wie lauten die Ergebnisse der Antikörper-Tests im Schnitt und wie sieht der Trend aus, gerade im Vergleich zu den vorangegangenen Wellen?

Die meisten Menschen bestimmen ihre Antikörper aktuell vor und nach ihrer dritten Impfung oder nach einer durchgemachten Infektion. Die Höhe der Antikörper ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie viele Wochen die Impfung bzw. die Infektion her ist. Die höchsten Werte sehen wir nach durchgemachter Infektion plus einer Impfung bzw. nach drei Impfungen.

 

Können Sie Angaben darüber machen, welche Gruppen (Junge, Männer, Frauen etc.) diese Antikörper-Tests hauptsächlich machen?

Anfänglich waren es vor allem Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen, mittlerweile aber ist es komplett gemischt, durch alle Altersgruppen.

 

Sollten jetzt alle Geimpfte einen Test auf Antikörper machen? Oder für wen sind die Tests Ihrer Meinung nach sinnvoll?

Der Test ist auf jeden Fall empfohlen, wenn Zweifel bezüglich der Wirksamkeit der Impfung bestehen. Wir wissen: Je höher die Anitkörper, desto seltener sind Durchbruchsinfektionen. Zudem wissen wir, dass die Antikörper binnen Monaten nach Immunisierung absinken, teilweise bis unter die Nachweisgrenze. Die Frage, ob sich jemand ansteckt hängt aber auch davon ab, wie hoch die Viruslast der Kontaktperson ist und zudem von der neutralisierenden Eigenschaft der Antikörper.

 

Brauchen wir einen Schwellenwert, ab dem Personen als sicher geschützt gelten?

An diesem Schwellenwert wird intensiv geforscht, bislang ist dieser jedoch nicht bekannt. Wir wissen: je höher die Antikörper, desto seltener sind Impfdurchbrüche.

 

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