12.07.2019

Potentielles Risiko falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen durch Biotininterferenzen

Im Mai 2019 veröffentliche das bfam (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Rote-Hand-Brief zu dem Risiko falscher Laborergebnisse durch Biotininterferenzen im Zusammenhang mit der Einnahme biotinhaltiger Arzneimittel. Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H) ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex und ist in Multivitaminpräparaten und Biotin-Supplementen enthalten.  Zudem wird Biotin hochdosiert im Rahmen von Studien zur Behandlung der Multiplen Sklerose eingesetzt.  

Bei Immunoassays deren Testprinzip auf einer Streptavidin‐Biotin‐Wechselwirkung beruht, kann das Ergebnis falsch hoch/positiv (kompetitives Testprinzip) oder falsch erniedrigt/negativ (Sandwichprinzip) ausfallen.  Zu den potentiell betroffenen Tests zählen u.a. TSH, Troponin T und die Schilddrüsenhormone).

Bei der Einnahme von niedrigen Dosen Biotin (z.B. eines Multivitaminpräparates) sind keine Interferenzen zu erwarten, bei hohen Biotindosen >5.000 µg pro Tag kann es zu potentiellen Testinterferenzen kommen. Hier sollte die Probenentnahme frühestens 8 Stunden nach der letzten Einnahme erfolgen.

Neue Tests mit erhöhter Biotinresistenz

Es erfolgt eine Umstellung auf eine neue Testgeneration der Parameter TSH und Troponin mit erhöhten Interferenz Grenzwerten für Biotin. Die Toleranzgrenze liegt nun 1200 ng/mL. Insbesondere bei Troponin kann dadurch der Einfluss einer etwaigen Biotineinnahme auf das Testergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen finden Sie in folgendem Artikel in der Ärztezeitung (online)

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/988164/rote-hand-brief-biotin-kann-laborergebnis-verfaelschen.html