Katecholamine im Urin

Präanalytik

Probengewinnung:

  • Urin muss während der gesamten Sammelperiode angesäuert sein. Alle Gefäße müssen frei von Reinigungsprodukten sein. Dem Patienten sollte ein Gefäß mit ca. 3 Liter Fassungsvermögen mitgegeben werden, in das vorher ca. 10 ml 10-15 %-ige Salzsäure vorgelegt werden. Beides kann von uns zur Verfügung gestellt werden. Zum vorgenommenen Beginn der Sammelperiode entleert der Patient die Blase vollständig, verwirft diesen Urin und notiert lediglich den Zeitpunkt des Sammelbeginns. Die nächsten 24 Stunden wird der gesamte Urin komplett in das Sammelgefäß entleert. Nach 24 Stunden folgt die letzte Blasenentleerung in das Gefäß, die Zeit wird ebenfalls notiert. Falls nicht die gesamte Urinmenge unserem Labor zur Untersuchung gegeben wird, kann auch eine Probe von ca. 100 ml des gut gemischten Urins mit Angabe von Sammelmenge und -zeit (zur Erfassung der evtl. Abweichung von 24-Stunden) zugesandt werden.
  • Bei Kindern können auch Spontanurinproben analysiert werden; dabei sollte die Ausscheidung dann auf die Kreatinin-Konzentration bezogen werden

Vorbereitung des Patienten:

  • Mindestens einen Tag vorher und während der Urinsammelzeit kein Genuss von Kaffee, Tee, Bananen oder Käse
  • Medikamente: Wenn Antihypertensiva abgesetzt werden können, so sollte dies eine Woche vorher geschehen. Abruptes Absetzen kann zu falsch hohen Werten führen. Folgende Medikamente können zu einer Veränderung der Katecholaminausscheidung führen: Reserpin, Alpha-Methyldopa, Alpha- und Betablocker, Clonidin und Guanethidin. Falls keine Möglichkeit besteht, die antihypertensive Therapie zu unterbrechen, so sollten die Ergebnisse im Einzelfall diskutiert werden

Untersuchung wird wöchentlich durchgeführt.

Material

50 ml vom 24 h-Urin (sammeln über 5 ml 20% Salzsäure, Sammelmenge angeben)

Normbereich

Adrenalin: < 20 µg/24h
Noradrenalin < 100 µg/24h
Dopamin < 600 µg/24h

Methodik

High-Pressure-Liquid-Chromatographie (HPLC)

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Indikation: V.a. katecholaminproduzierenden Tumor (z.B. Phäochromozytom); Differenzialdiagnose von Hochdruckerkrankungen 

Informationsstand

18.08.2017

Zuruck zur Untersuchungen