HSV-DNA (Herpes simplex 1- / 2-PCR)

Präanalytik

Bei Transport ins Labor innerhalb von 24 h kann das Material bei Raumtemperatur aufbewahrt und transportiert werden. Sollte eine Zwischenlagerung vor Abholung erforderlich sein, dann bitte im Kühlschrank aufbewahren.

Material

0,5 ml Liquor, flüssiges respiratorisches Material (BAL), Bläscheninhalt, EDTA-Plasma, Serum; Abstriche (möglichst trocken oder in flüssigem Virustransportmedium, nicht in mikrobiologischen Gelröhrchen); Biopsate

Normbereich

negativ

Methodik

Realtime-PCR (quantitativ)

Akkreditierte Untersuchung

Ja

Informationen

Das Herpes simplex Virus (HSV) wird in der Bläschenflüssigkeit, im Speichel und im Vaginalsekret gefunden und durch Schmierinfektionen sowie durch Sexualverkehr und perinatal übertragen. Bei den Erregern der Herpes-simplex-Infektionen handelt es sich um zwei Virus-Spezies (HSV-1 und HSV-2), die sich hinsichtlich der Krankheitsbilder geringfügig unterscheiden. Bei einem Großteil der HSV-bedingten Erkrankungen dominiert das Bild der Bläschenbildung auf der Haut und an den Schleimhäuten (Mund und Genitale). HSV-Primärinfektionen bleiben in >90% der Fälle asymptomatisch, das Virus verbleibt anschließend latent im Organismus. Eine Therapie kann diese Persistenz nicht beenden, sie kann jedoch die Reaktivierung aus dem Ruhestadium verhindern.
Zu den v. a. durch HSV-1 ausgelösten Primärinfektionen zählen die Gingivostomatitis („Mundfäule“), das Ekzema herpeticum (gruppiert angeordnete Bläschen, v.a. bei Patienten mit atopischen Ekzemen), die Keratokonjunctivitis („Syndrom des trockenen Auges“) und die Enzephalitis. HSV-2 tritt im Rahmen der Primärinfektion v. a. als Vulvovaginitis, als Meningitis und als generalisierter Herpes des Neugeborenen auf. Als Rezidiv der HSV-Infektion kommt es vor allem zur Bläschenbildung in der Nasolabial- oder Genitalregion. Gefährlicher einzustufen sind die Rezidive der Keratokonjunktivitis und der Meningitis sowie HSV-Pneumonien bei immunsupprimierten Patienten.

Die Untersuchung differenziert zwischen HSV-1 und HSV-2, bei Virusnachweis aus flüssigem Material wird das Ergebnis quantitativ in Kopien/ml ausgegeben.

Bei Verdacht auf Pneumonie durch Herpesviren oder auf Enzephalitis bzw. Meningitis ggf. auch PCRs auf VZV, CMV, EBV mit beauftragen, bei unklaren Bläschenbildungen der Haut ggf. PCR auf VZV.

Informationsstand

23.01.2023

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