HPV Genotypisierung (inklusive Nachweis von HPV low risk-Genotypen)

Präanalytik

Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollte das Röhrchen bei einer Temperatur von 2°C bis 25°C ins Labor gebracht werden, ansonsten das Röhrchen bei 2°C bis 25°C lagern, Tupfer nicht entfernen.

Material

Spezialabstrichbesteck für Papilloma-Viren und CT/NG oder Weiterverarbeitung von Abstrichen der Dünnschichtzytologie.

Normbereich

negativ

Methodik

PCR/Hybridisierung

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Humane Papilloma Viren sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufe, die zervikale intraepitheliale Neoplasie. Sie können außerdem u.a. Genital- und Hautwarzen sowie Tumore im Mund-Rachenraum verursachen. HPV sind kleine, nicht umhüllte Viren mit doppelsträngigem DNA-Genom. Es gibt mehr als 100 verschiedene HPV-Genotypen, von denen etwa 40 die Genitalschleimhaut des Menschen infizieren können. Die Übertragung findet meist durch Sexualkontakt statt, deswegen ist eine rechtzeitige Impfung zu empfehlen. Seit 2007 wird eine HPV-Impfung für Mädchen durchgeführt, die seit 2018 auch für Jungen im Alter von 14-19 Jahren von der STIKO empfohlen wird. Nur ein Teil der HPV-Genotypen wird mit hochgradiger zervikaler Dysplasie und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht (Genotypen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 66 und 68). Diese werden als Genotypen mit erhöhtem Risiko oder „high risk-Genotypen“ bezeichnet. Generell ist der mehrmalige Nachweis desselben HPV-Genotyps bei einer Patientin prognostisch ungünstig. Genotypen mit geringem Risiko werden eher mit gutartigen niedergradigen intraepithelialen Läsionen oder Kondylomen (Feigwarzen) in Verbindung gebracht.

Wir bieten zwei diagnostische Verfahren an, die hier beschriebene Genotypisierung von low- und high-risk HPV-Typen mittels PCR und reverser Hybridisierung und den Direktnachweis von high risk HPV-Typen mittels Realtime-PCR (siehe „HPV Direktnachweis (high risk-Genotypen)“). Außer in begründeten Ausnahmefällen (spezielle Fragestellungen wie z.B. Verdacht auf durch low risk HPV verursachte Genitalwarzen) stellt der auch bei der GKV abrechenbare HPV Direktnachweis von high risk Genotypen die übliche Eingangsdiagnostik dar. Sollte dieser ergeben, dass ein in der Realtime PCR nicht zu typisierender high risk Genotyp vorliegt, so kann die hier beschriebene Genotypisierung zur genauen Identifizierung angeschlossen werden (für Privatpatienten und als IGeL-Leistung).

Zum molekularbiologischen Nachweis des Erregergenoms und zur Genotypisierung wird üblicherweise ein Abstrich durchgeführt, das Erbmaterial des Virus aus dem Patientenmaterial extrahiert, ein Abschnitt der Virus-DNA über Polymerasekettenreaktion amplifiziert und schließlich zur Identifizierung mit für die HPV-Genotypen spezifischen Sonden hybridisiert. Der Genotypisierungstest weist die 14 Genotypen mit erhöhtem Risiko und die 23 häufigsten HPV-Genotypen mit geringem Risiko nach. Als Material wird bei Patientinnen bzw. Patienten üblicherweise ein Zervixabstrich bzw. anogenitaler Abstrich verwendet. Auch die Untersuchung histologischer Materialien wie z.B. Warzen ist möglich.

Informationsstand

08.01.2020

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