CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin)

Präanalytik

  • Störfaktoren wie genetische Transferrinvarianten oder angeborenen Glykosylierungssörungen (CDG-Syndrom) können zu abnormen Mustern in der Kapillarelektrophorese führen. Der quantitative CDT-Wert ist hier nicht diagnostisch verwertbar

Material

2 ml Serum, Messung aus EDTA-Plasma nicht möglich

Normbereich

bis 1,3 %

Methodik

Kapillarelektrophorese

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Transferrin, das Transportprotein des Eisens, wird zum größten Teil in der Leber, in geringem Maße auch in Knochenmark, Milz und Lymphknoten synthetisiert. Es wird zu den ß-Globulinen gerechnet und hat ein Molekulargewicht von ca. 80.000. Carbohydrate-Deficient-Transferrine (CDT) sind Transferrinvarianten, bei denen bestimmte Kohlenhydratketten fehlen. Der Prozentsatz solcher defekten Transferrinvarianten vom Gesamttransferrin im Blut ist der sensitivste und spezifischste Parameter für einen chronischen Alkoholabusus. Nach einem 14-tägigen regelmäßigen Alkoholkonsum von ca. 60 g Alkohol pro Tag, - das entspricht ca. 0,6 l. Wein pro Tag-, steigt der CDT-Gehalt im Blut. Erst etwa zwei Wochen nach Beendigung einer solchen Trinkperiode fallen die CDT-Werte wieder in den Normalbereich. Krankheiten, die auf Alkoholabusus zurückzuführen sind, sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Man schätzt die Inzidenz des Alkoholmißbrauchs zwischen 10 und 15%. Seit langem ist man daher bemüht, Laborparameter zu entwickeln, die eine objektive Beurteilung eines regelmäßigen Alkoholkonsums erlauben. Dazu gehören insbesondere die Gamma-GT sowie das mittlere Volumen der Erythrozyten (MCV). Die Gamma-GT hat jedoch eine kurze Halbwertzeit (9 - 20 h), so dass eine große Zahl von Patienten bereits nach einer Woche Alkoholkarenz wieder unauffällige Werte haben können. Das MCV hat einen relativ weiten Normbereich und ist zudem von einer größeren Zahl nicht durch Alkohol bedingter Erkrankungen beeinflußt (einseitige Ernährung, Magenerkrankungen, Vitamin-Mangel). Die Konzentration von CDT kann dagegen bis zu 40 Tagen nach dem letzten regelmäßigen Alkoholgenuß erhöht bleiben. Somit steht mit dem CDT ein Parameter zur Verfügung, der bei Verdacht auf erhöhten Alkoholkonsum, zur Kontrolle von Alkoholentzugstherapien sowie zur Abklärung einer unklar erhöhten Gamma-GT eingesetzt werden kann. Störungen: Erhöhte CDT-Werte finden sich auch bei Leberzirrhose verschiedener Genese, chronischer Hepatitis C und Malignomen, in seltenen Fällen bei Eisenmangel und Schwangerschaft.

 

 

Indikationen

Informationsstand

01.01.2016

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