Humane Papillomviren (HPV)

Präanalytik

Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollte das Röhrchen bei einer Temperatur von 2°C bis 25°C ins Labor gebracht werden, ansonsten das Röhrchen bei 2°C bis 25°C lagern, Tupfer nicht entfernen.

Material

Spezialabstrichbesteck für Papilloma-Viren oder Weiterverarbeitung von Abstrichen der Dünnschichtzytologie

Normbereich

negativ

Methodik

PCR/Hybridisierung

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

HPV sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufe, die zervikale intraepitheliale Neoplasie. HPV sind kleine, nicht umhüllte Viren mit doppelsträngigem DNA-Genom. Es gibt mehr als 100 verschiedene HPV-Genotypen, von denen etwa 40 die Genitalschleimhaut des Menschen infizieren können. Die Übertragung findet meist durch Sexualkontakt statt, deswegen ist eine rechtzeitige Impfung zu empfehlen. Nur ein Teil der HPV-Genotypen wird mit hochgradiger zervikaler Dysplasie und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Diese werden als Genotypen mit erhöhtem Risiko bezeichnet. Genotypen mit geringem Risiko werden eher mit gutartigen niedergradigen intraepithelialen Läsionen oder Kondylomen (Feigwarzen) in Verbindung gebracht. Bis vor kurzem waren 13 HPV-Genotypen mit erhöhtem Risiko bekannt. Aktuell gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass mit HPV-Genotyp 66 ein vierzehnter Genotyp mit erhöhtem Gebärmutterhalskrebs-Risiko verbunden ist. Daher haben wir uns entschieden, diesen Genotyp ab sofort als Genotyp mit erhöhtem Risiko einzustufen. Somit werden auf unseren Befunden zukünftig 14 Genotypen mit erhöhtem Risiko genannt (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 66 und 68). Generell ist der mehrmalige Nachweis desselben HPV-Genotyps bei einer Patientin prognostisch ungünstig. Zur Diagnose von HPV im Rahmen der Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs stehen zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren zur Verfügung. Beim sogenannten Pap-Abstrich werden die entnommen Zellen gefärbt und zytologische Veränderungen mikroskopisch beurteilt. Hierbei sind sowohl falsch-positive Befunde durch inflammatorische Veränderungen als auch falsch-negative Befunde durch die schwierige mikroskopische Interpretation möglich. Nicht eindeutige Befunde werden normalerweise durch Wiederholung des Pap-Abstrichs, Kolposkopie und Biopsie abgeklärt. Als Alternative zum Pap-Abstrich (und zu den invasiven Verfahren nach nicht eindeutigem Pap-Abstrich) steht der molekularbiologische Nachweis des Erregergenoms zur Verfügung. Hierbei wird üblicherweise ein Abstrich durchgeführt, das Erbmaterial des Virus aus dem Patientenmaterial extrahiert, ein Abschnitt der Virus-DNA über Polymerasekettenreaktion amplifiziert und schließlich zur Identifizierung mit für die HPV-Genotypen spezifischen Sonden hybridisiert. Den molekularbiologischen Nachweis von HPV führen wir in unserem Labor durch und können dabei die 14 Genotypen mit erhöhtem Risiko und die 23 häufigsten HPV-Genotypen mit geringem Risiko nachweisen. Als Material wird bei Patientinnen bzw. Patienten üblicherweise ein Zervixabstrich bzw. anogenitaler Abstrich verwendet. Auch die Untersuchung histologischer Materialien wie z.B. Warzen ist möglich. Für Privatpatienten und als IGeL-Leistung bieten wir eine vollständige HPV-Typisierung an, bei der im positiven Befund die konkreten HPV-Genotypen und deren Einstufung als Hochrisiko- oder Niedrigrisiko-Typen mitgeteilt werden. Im Kassenbereich kann die Typisierung leider nicht abgerechnet werden, deshalb bieten wir dort den molekularbiologischen Nachweis von HPV mit Resultierung getrennt nach Genotyp mit erhöhtem oder geringem Risiko an.
2007 wurde eine HPV-Impfung für Mädchen durchgeführt, die seit 2018 auch für Jungen im Alter von 14-19 Jahren von der STIKO empfohlen wird.

Ab dem 01.07.2019 tritt der Beschluss zu einem neuen Vorsorgeprogramm für Gebärmutterhals in Kraft. Alle gesetzlich krankenversicherten Frauen ab dem Alter von 20 Jahren sind anspruchsberechtigt. Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können wie bisher einmal jährlich eine zytologische Untersuchung mittels Pap-Test wahrnehmen. Eine Neuheit ist, dass Frauen ab dem Alter von 35 Jahren zukünftig alle drei Jahre sowohl einen Pap-Abstrich als auch einen HPV-Test durchführen lassen können. Start ist voraussichtlich Anfang 2020.

Informationsstand

01.01.2016

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