HLA-Typisierung

Präanalytik

Einwilligungserklärung des Patienten einholen, Untersuchung erfolgt wöchentlich

Material

10 ml EDTA-Blut

Normbereich

siehe Befundbericht

Methodik

Polymerase Chain Reaction (PCR)

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

HLA bedeutet human leucocyte antigen und bezeichnet ein System von Gewebsantigenen beim Menschen, die bei Transplantationen und vielen Erkrankungen eine Rolle spielen. Der beim Menschen wichtigste Haupthistokompatibilitätskomplex (Major Histocompatibility Complex =MHC) ist das HLA-System. Obwohl Unverträglichkeiten im HLA (Humane Lymphocyte Antigene)-System ursprünglich als Mitursache einer Transplantatabstoßung entdeckt wurde, sind die in diesem System exprimierten Proteine für eine Reihe immunologischer Reaktionen verantwortlich. Insbesondere entscheiden sie über das korrekte Zusam-menarbeiten komplizierter Zellfunktionen, die für eine spezifische Immunantwort über das lymphozytäre System notwendig sind (Antigenpräsentation, Zellproliferation, Zytotoxizität). Dabei unterscheidet man zwischen HLA-A-, B-, C- (Klasse I) sowie DR- und DQ- (Klasse II) Genen. Diese sind je-weils weiter unterteilt (z.B. HLA B3, HLA B15, HLA B27, HLA-DR10 etc.). Jeder Mensch besitzt dabei ein bestimmtes HLA-Muster. Für jedes Gen existieren bei jedem Menschen jeweils genau zwei Merkmale. HLA-Klasse-I-Moleküle finden sich auf allen kernhaltigen Körperzellen. Zu ihnen gehören die Isotypen HLA-A, HLA-B und HLA-C. HLA-Klasse-II-Moleküle finden sich nur auf phagozytierenden Zellen, z. B. B-Lymphzyten oder Makrophagen, die die im Rahmen der Phagoyztose aufgenommenen Proteine und Peptide abbauen und die dabei entstehenden Fragmente auf Klasse-II-Molekülen präsentieren. Zu den HLA-Antigenen der Klasse II gehören die Isotypen HLA-DP, -DQ, -DR sowie DN und DO, von denen z. Zt. nur DR und DQ von Bedeutung sind. Die  Typisierung erfolgt  molekularbiologisch.
HLA-Antigene haben also verschiedene Bedeutungen:

  1. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Das wird u. a. deutlich darn, dass eine unzureichende Übereinstimmung des HLA-Systems zu Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantationen führt
  2. Bestimmte HLA-Typen und Erkrankungen stehen miteinander in Verbindung, so dass ihre Bestimmung ein diagnostisches Kriterium darstellt. Eine große Zahl von Krankheitsbildern zeigen starke Assoziationen zu bestimmten HLA-Merkmalen. Der Nachweis der entsprechenden HLA-Merkmale erhärtet den Verdacht auf die entsprechende Erkrankung. Dabei versteht man unter einer relativen Risikoerhöhung (RR) für eine bestimmte Erkrankung den Wert, für den bei einem Träger eines HLA-Merkmals die Wahrscheinlichkeit besteht, tatsächlich zu erkranken. Dennoch gibt es auch Gesunde, die die entsprechenden HLA-Merkmale aufweisen können. Die HLA-Bestimmung kann also niemals die Diagnose sichern, jedoch die Wahrscheinlichkeit ihrer Richtigkeit erhöhen.

Indikationen

Informationsstand

01.01.2016

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