Hepatitis-E-Ak (Anti-HEV-IgM; IgG)

Material

5 ml Serum

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Das Hepatitis E- Virus (HEV) ist der Erreger einer fäkal-oral übertragbaren Hepatitis. Der Erreger gehört zu den Caliciviridae (RNA-Viren) und wurde erstmals 1955 in Neu Deli isoliert. Die Hepatitis-E ähnelt klinisch der Hepatitis A. Infektionen treten vor allem bei Erwachsenen auf. Die Erkrankung verläuft im Allgemeinen gutartig und kann sehr selten (bei Empfängern von Organtransplantationen) chronisch werden. Über schwere Verläufe mit Todesfällen besonders bei Schwangeren wird ebenfalls berichtet. Das HEV tritt in Epidemien in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika auf. Analysen von HEV-Epidemien zeigen, dass eine Verbindung mit verseuchtem Trinkwasser bestehen kann. Der Anteil der Hepatitis E wird in einigen Endemiegebieten auf bis zu 50 % aller Hepatitiden geschätzt. Innerhalb Europas ist das HEV in Griechenland und dem ehemaligen Jugoslawien verbreitet. In Deutschland sind ebenfalls Hepatitis E Erkrankungen diagnostiziert worden. Bei diesen Patienten han¬delt es sich vor allem um Reiserückkehrer aus den entsprechenden Endemiegebieten. Das Hepatitis E-Virus ist in Deutschland nach wie vor einer der selteneren Hepatitis-Erreger. Im Jahr 2011 wurden 238 Fälle gemeldet. Wegen der bisher fehlenden spezifischen Diagnostik besteht möglicherweise eine hohe Dunkelziffer. In Regionen mit schlechteren hygienischen Verhältnissen findet eine Übertragung in der Regel über verunreinigtes Trinkwasser statt. Hierzulande scheinen tierische Lebensmittel der wesentliche Übertragungsweg zu sein. Insbesondere bei Wildschweinen und Schweinen wurde das Virus nachgewiesen. Wildschweinfleisch gilt als ein Risikofaktor. Dass im Unterschied zur Hepatitis A kaum Ausbrüche auftreten und sich diese - wenn doch - auf ganz wenige Personen beschränken, zeigt, dass das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch und die Kontagiösität insgesamt eher gering sind. Die Inkubationszeit beträgt ca. 2 - 9 Wochen (im Mittel 40 Tage). Die ersten Anzeichen der Hepatitis E Infektion bestehen aus einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Müdigkeit. Hinzu kommen gastrointestinale Symptome wie Leibschmerzen, Übelkeit, Diarrhoe oder Obstipation. Diese Symptome können von Fieber begleitet sein. Mit Beginn der ikterischen Phase kommt es zur Dunkelfärbung des Urins und zur Entfärbung des Stuhls. Die Leber ist während der ikterischen Phase vergrößert und druckschmerzhaft. Langandauernde Transaminasenerhöhungen werden beschrieben. Die Diagnostik auf HEV dient zur Abklärung einer Leberentzündung ohne serologische Marker einer Hepatitis A, B oder C, bzw. einer entsprechenden Reiseanamnese. Sie erfolgt über die Bestimmung von Anti-HEV-IgG- und -IgM-Antikörpern im Serum. Ein positives IgM spricht für eine frische bzw. kürzlich abgelaufene Infektion, sollte aber gemeinsam mit IgG beurteilt werden. Wir führen die Untersuchung mittels Western-Blot durch, um eine hohe Spezifität zu gewährleisten. Der Nachweis von HEV-RNA ist in der Routinediagnostik nicht erforderlich (Ausnahme: Immunsupprimierte).

Indikationen

Informationsstand

12.05.2021

Zuruck zur Untersuchungen