Hämoglobintypen

Material

2 ml Serum

Normbereich

Hämoglobin A1 (α2β2) ("alpha-beta") - 98 %
Hämoglobin A2 (α2δ2) ("alpha-delta") - 2 %
Hämoglobin F (α2γ2) ("alpha-gamma")- in Spuren

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

In verschiedenen Lebensphasen (Embryonalphase, Fetalphase und in der adulten Phase nach der Geburt) werden verschiedene Hämoglobine gebildet. Diese Hämoglobine unterscheiden sich in ihrer Sauerstoff-Bindungsaffinität und bestehen jeweils aus jeweils zwei verschiedenen Proteinpaaren. Embryonalen und fetale Hämoglobin-Typen haben eine deutlich höhere Sauerstoff-Bindungsaffinität als die später gebildeten, nachgeburtlichen adulten Hämoglobine, da ein optimaler Transport des Sauerstoffs zum Fötus notwendig ist. In der Embryonalphase, also während der ersten 8 Wochen nach der Befruchtung, werden folgende Hämoglobine gebildet: Gower 1 (ζ2ε2) ("zeta-epsilon"), Gower 2 (α2ε2) ("alpha-epsilon"), Portland (ζ2γ2) ("zeta-gamma"). Als fetales Hämoglobin wird das danach während der Fetalperiode vorwiegend gebildete Hämoglobin F (HbF) bezeichnet. Die Synthese des fetalen Hämoglobins, Hämoglobin F (α2γ2), beginnt bereits in der Embryonalphase und wird dauert noch bis einige einige Monate nach der Geburt. Adulte Hämoglobine sind Hämoglobin A1 (HbA1) (auch. Hämoglobin A (HbA)) und Hämoglobin A2 (HbA2). Die Synthese der adulten Hämoglobine beginnt in der Fetalphase und ersetzt nach Geburt nahezu vollständig das fetale Hämoglobin. Bildungsort ist das Knochenmark. Beim gesunden Erwachsenen ist fetales Hämoglobin nur in Spuren nachweisbar. Bei den hereditären Thallassämien kommt es durch eine Synthesestörung der alpha- bzw. beta-Ketten des Hämoglobins zu einem Überwiegens von beta-, gamma- oder delta-Ketten. Hämoglobinpathien sind durch genetisch bedingten Hämoglobinanomalien gekennzeichnet. Gegenwärtig sind über 500 anomale Hämoglobine charakterisiert.

Indikationen

Informationsstand

18.08.2017

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