Campylobacter Direktnachweis

Material

5 - 10 g Stuhl (haselnussgroß)

Normbereich

negativ

Methodik

Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA)
Kulturelle Anzucht

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Im Krankheitsverdacht empfiehlt sich der direkte Antigen-Nachweis aus dem Stuhl. Mit dem Antigennachweis im Stuhl mittels ELISA kann C. jejuni und C. coli nachgewiesen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Sicherung der Diagnose ist der kulturelle Nachweis aus möglichst frischem Stuhl. Ein kultureller Nachweis sollte zusätzlich angestrebt werden, um ggf. eine Resistenztestung zu ermöglichen.

Campylobacter spp. und Salmonellen enterica. spp zählen zu den häufigsten bakteriellen, nicht Antibiotika-assoziierten, Durchfallerreger in Europa und kommen bei Mensch und Tier vor. C. jejuni ist insbesondere beim Geflügel und C. coli beim Schwein nachweisbar. Die Übertragung erfolgt in der Regel über kontaminierte Lebensmittel (rohes Fleisch, Milch, Trinkwasser). Große Ausbrüche wie bei Salmonellen sind selten, da Campylobacter sich nicht in Lebensmitteln vermehrt. Campylobacter verursacht beim Menschen Enterokolitis mit wässrig-schleimiger, z. T. blutiger Diarrhoe. Die Inkubationszeit beträgt 2-5 Tage (typischerweise 3 Tage). Die Krankheit beginnt mit einem unspezifischen Krankheitsgefühl, Frösteln und Kopf- und Gliederschmerzen.

In der Regel ist die Erkrankung selbstlimitierend und eine Flüssigkeitssubstitution ist empfehlenswert. Azithromycin oder Ciprofloxacin sind in der Regel wirksam, allerdings nehmen Resistenzen gegen diese Antibiotika zu. Gelegentlich kann es zwei bis drei Wochen nach einer Campylobacter-Enteritis zu Spätfolgen wie reaktiver Arthritis oder Guillain-Barre-Syndrom kommen.

Informationsstand

10.05.2021

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