Blutungszeit

Präanalytik

Die Untersuchung wird nicht mehr durchgeführt und durch einen Thrombozytenfunktionstest ersetzt

Material

Nativblut nach Lanzettenstich

Normbereich

s. Befundbericht

Akkreditierte Untersuchung

Nein

Informationen

Bis vor einigen Jahren wurde die Thrombozytenfunktion über die sogenannte Blutungszeit bestimmt. Eine der zur Verfügung stehenden Methoden ist die Bestimmung der Blutungszeit nach Ivy, bei der zunächst dem Patienten am Arm eine Blutdruckmanschette angelegt und auf ca. 40 mmHg aufgeblasen wird. Anschließend wird an der Innenseite des Unterarmes ein Schnitt gesetzt und die Zeit notiert, bis die Blutung stoppt. Dauert die Blutung um eine bestimmte Normzeit zu lange, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient während eines Eingriffs (z. B. Operation) einem erhöhtem Blutungsrisiko ausgesetzt ist. In den letzten Jahren verlor die Bestimmung der Blutungszeit immer mehr an Bedeutung. In vielen Krankenhäusern wird dieser Test nicht mehr angeboten. Viele nationale Gremien empfehlen diesen Test nicht mehr als Routinetest vor einer geplanten Operation durchzuführen. Die Blutungszeit ist weder sensitiv (Erkennen von kranken Patienten) noch spezifisch (Erkennen von gesunden Patienten); Risiko und Schweregrad einer operativen Blutung können daraus nicht eindeutig abgelesen werden. Das Ergebnis der Blutungszeit kann schlecht nachkontrolliert werden (mangelnde Reproduzierbarkeit), wird durch Aspirin-Einnahme beeinflusst und ist untersucherabhängig; außerdem bleiben bei dieser Methode oft Narben am Unterarm zurück.

Informationsstand

01.01.2016

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